The Architecture Of Tokyo
– A Guide

TOKYO – OCTOBER 11th 2018

 

A visual Story: The Architecture Of Tokyo - Photography by Fiona Dinkelbach

A visual Story: The Architecture Of Tokyo - Photography by Fiona Dinkelbach

Ein Blick auf den urbanen Raum Tokios. Durch die Populärkultur scheint dieser oft von dunklen Visionen geprägt. Doch die Stadt ist alles andere als eine düstere Dystopie. Schließlich gilt Tokio als eine Stadt mit sehr hoher Lebensqualität. Vielleicht lag es am Sommer, am Licht oder einfach an der generellen Ruhe, die zwischen den Häuserschluchten herrschte: Hier ist es gar nicht so wirr und düster, wie man vielleicht zunächst denken mag. Tokio zeigt sich offen, organisch und verbindet eine architektonische Vielfalt der Moderne, die es weltweit in dieser Form wohl nur dort zu geben scheint. 

Besonders in der Nachkriegszeit entwickelten sich in Tokio moderne Architektur-Strömungen, die zahlreiche Bauwerke hervorbrachten – futuristisch und damals unglaublich modern. Getrieben vom ungebrochenen Zukunftsoptimismus der 1960er und 70er Jahre. Daher wirken viele Ecken der Stadt wie aus der Zeit gefallen, fast schon etwas nostalgisch. Dabei aber immer ansprechend und faszinierend. Sie nannten sich Metabolisten – junge Architekten, die der japanischen Baukunst neues Leben einhauchen wollten. Dabei ist der Begriff des Metabolismus und die Nähe zur Biologie kein Zufall: Die damals neuen Gebäude sollten sich den Anforderungen der Gemeinschaft und denen der Menschen anpassen, ähnlich wie sich der Stoffwechsel auf die Bedürfnisse eines Organismus einstellt. Sie entwarfen Häuser, die sich beliebig durch Wohnelemente verkleinern oder vergrößern ließen. Der CAPSULE TOWER von Kishu Kurokawa ist wohl der bekannteste Bau des Metabolismus. Der 1972 fertiggestellte Wohn- und Büroblock enthält 140 Einheiten, von denen auch heute noch 25 genutzt bzw. bewohnt werden. Konzipiert wurde der Tower allerdings nicht als klassischer Wohnblock. Kurokawa sprach von “Business-Kapseln”. Die Abnehmer: Angestellte, die in der Woche lieber im Zentrum Tokios blieben, da der Weg nach Hause in die Vorstädte zu weit war, aber auch Bardamen und Mitarbeiter der Universität zählten zu den temporären Bewohnern. Heute ist der Block einer der wichtigsten Nachkriegsbauten Japans und wurde schnell zum Vorbild und Prototyp der bis heute populären Kapselhotels. 

Ähnlich verhält es sich mit dem SHIZUOKA PRESS AND BROADCASTING CENTER. Ein Bau von Kenzo Tange, der 1967 in Ginza, Tokio realisiert wurde. Die vertikale Struktur, die einen mittigen Kern besitzt, ließe sich der Vision nach mit unendlich vielen Elementen verbinden und erweitern. 

Zeitgenössischer kommen hingegen die Werke von Shigeru Ban daher: Sein Stil ist bekannt für seine Eleganz und Leichtigkeit. Somit das komplette Gegenteil zum Metabolismus. Bekannt geworden ist Ban durch seine Papierarchitekturen – Bauten, die aus Stützen mit verleimtem Papier bestehen. Das CURTAIN WALL HOUSE, ein zunächst recht unscheinbares Haus in einem Wohnviertel, ist vermutlich sein bekanntestes Werk. An der Außenfassade lässt sich ein großer Vorhang anbringen, der je nach Wetterlage und Windeinwirkung Teile des Hauses optisch freilegt oder verbirgt.

A visual Story: The Architecture Of Tokyo - Photography by Fiona Dinkelbach

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A visual Story: The Architecture Of Tokyo - Photography by Fiona Dinkelbach Nagakin Capsule Tower

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Nakagin Capsule Tower
By Kisho Kurokawa
1970 – 1972

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Shizuoka Press and Broadcasting Center
By Kenzo Tange
1967

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Curtain Wall House
By Shigeru Ban
1994 – 1995

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Fuji Television Building
By Kenzo Tange
1997

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On the urban landscape of Tokyo. When we take a closer look at the architecture of Tokyo in popculture, the city is often shown and described as a dark dystopia. But when I traveled to the megacity some months ago I experienced the complete opposite. Tokyo is modern, fresh and very eclectic. One of the most famous architecture movements is the so-called Metabolism. The word describes the process of maintaining living cells. After World War II young Japanese architects used this term to describe a new vision – cities and buildings are not static entities, but changing organic places. The most famous example of Metabolism in architecture is Kisho Kurokawas NAKAGIN CAPSULE TOWER. A building designed for businessmen who worked in central Tokyo during the week. It is a prototype for architecture of sustainability, as each module can be plugged in to the central core. A concept which is very similar to another icon of Metabolism: THE SHIZUOKA PRESS AND BROADCASTING CENTER by Kenzo Tange – a organically-inspired structural growth which is more significant than its relatively small size would suggest. When it comes to more contemporary house design, the CURTAIN WALL HOUSE by Shigeru Ban is a must-visit. The house is situated on an intersection in a residential district and consists of an open living space. The interior and exterior is mixed – tent-like curtains are hung on the outer facade (not shown in the pictures). 

 

 

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One Comment

  1. Das sind wirklich ein paar sehr spannende Einblicke in die Architektur Tokios, liebe Fiona!
    Ich hoffe die Stadt eines Tages selbst mal zu bestaunen
    liebe Grüße xoxo
    Ingrid